Sansculotten

SansculottenSans-Culotte (Ohne-Hosen) war ursprünglich eine Bezeichnung für Kleinhändler und Wanderarbeiter, die lange Hosen trugen, wie sie heutzutage modern sind – im Gegensatz zu den damals üblichen Kniebundhosen. Während der Revolution bezeichnete das Wort die politisch aktiven Bürger dieser Gesellschaftsschicht – speziell die radikalen Vertreter der Pariser Bürger. Die Sansculotten waren nicht organisiert und sie hatten kein klar umrissenes politisches Programm. Für Politiker wie Robespierre war diese Volksgruppe aber eine Basis der Macht. Robespierre wurde am 9. Thermidor auch deswegen gestürzt, weil er sich in der Hochphase des Terrors nicht mehr auf die Verbundenheit der Pariser Sansculotten verlassen konnte. Die letzten beiden Volksaufstände der Revolution im Germinal und Prairial des Jahres III (1795) – nach Robespierres Sturz – scheiterten. Die Sansculotten spielten fortan bis zum Ende der Revolution keine politische Rolle mehr.
JK

1792 - 1795

Zitate

Ein Sansculotte ist einer, der immer zu Fuß geht, der ganz bescheiden im vierten oder fünften Stock wohnt. Er ist nützlich, weil er weiß, wie man sägt, ein Dach deckt, Schuhe macht und wie man bis zum letzten Tropfen sein Blut für das Wohl der Republik vergießt.
Beschreibung eines Sansculotten in einer Zeitung aus dem Jahr 1793.

Das Vaterland, Scheiße! Die Kaufleute besitzen keines. Sie haben die Revolution so lange unterstützt und den Sansculotten so lange die Hand zur Zerstörung des Adels geboten, wie sie die Revolution für sich als von Vorteil ansahen – nur, um sich selbst an die Stelle der Aristokraten zu setzen.
Jacques-René Hébert, 1794

Brot und die Verfassung von 1793!
Forderung der Pariser Sansculotten beim Prairialaufstand 1795.

Le Moniteur

Primidi, 1er Frimaire, l'an 2 de la République Française, une et indivisible
(21. November 1793)

Externe Links