Maximilien Robespierre hatte nur eine einzige große Liebe: Jean-Jacques Rousseau. Er kannte seine Werke auswendig. Den Ausbruch der Revolution nutzte der fleißige Anwalt aus der Provinz, um den Traum einer idealen Republik nach den Vorgaben seines Meisterphilosophen zu verwirklichen. Um jeden Preis. Als Abgeordneter im Konvent und emsiger Jakobiner erwarb er sich den Titel des Unbestechlichen. Gewissenhaft, ehrlich und enthaltsam, lebte er zur Untermiete in einem kleinen Zimmer bei einem Tischler in Paris. Aber im mächtigen Wohlfahrtsausschuss bestimmte Robespierre die Politik der Schreckensherrschaft. Dort entschied er über Leben und Tod – mit dem ruhigen Gewissen gesegnet, dass er Recht hatte. In seinen ausschweifenden Reden sprach er die Tugend und den Terror heilig. Robespierre starb unter dem Jubel des Volkes auf der Guillotine.
1758 - 1794
6. Mai 1758 · Geburt in Arras als erstes Kind des Anwalts François Maximilien Barthélémy de Robespierre und seiner Frau Jacqueline Marguerite, geborene Carroult.
16. Juli 1764 · Tod der Mutter. Robespierre ist sechs Jahre alt.
1767 · Der Vater verlässt Maximilien und dessen drei Geschwister. Maximilien und sein Bruder Augustin werden von den Großeltern mütterlicherseits aufgezogen.
1777 · Robespierres Vater stirbt in München.
1780 · Abschluss des Jurastudiums. Er erhält einen Sonderpreis für herausragende Leistungen.
1781 · Robespierre wird Rechtsanwalt in Arras.
April 1789 · Wahl als Abgeordneter des Dritten Standes von Artois in die Generalstände.
Juli 1791 · Robespierre bezieht als Untermieter bei dem Pariser Tischler Duplay ein Zimmer. Er wird dort bis zu seinem Tod wohnen.
September 1792 · Wahl in den Nationalkonvent als Abgeordneter der Stadt Paris.
27. Juli 1793 · Wahl in den Wohlfahrtsausschuss.
7. Februar 1794 · Vor dem Nationalkonvent rechtfertigt er die Politik des Terrors und der Tugend.
8. Juni 1794 · Als Präsident des Nationalkonvents leitet er das Fest des Höchsten Wesens in Paris.
10. Juni 1794 · Zusammen mit Couthon bringt er im Konvent ein neues Gesetz zum Revolutionstribunal ein, in dem unter anderem die Verteidigung für die Angeklagten abgeschafft wird. Daraufhin wächst der Widerstand gegen den vermeintlichen Diktator Robespierre.
26. Juli 1794 · Robespierres letzte Rede im Konvent. Er stellt sich selbst als ein Opfer von Verschwörungen dar, nennt aber keine Namen.
27. Juli 1794 · Parlamentssitzung vom 9. Thermidor. Robespierre wird am Reden gehindert und zusammen mit Saint-Just, Couthon, Lebas und seinem Bruder Augustin verhaftet. Die Pariser Kommune steht auf der Seite Robespierres gegen den Konvent auf. Das Parlament erklärt Robespierre und seine Komplizen für vogelfrei (außerhalb des Gesetzes).
28. Juli 1794 · Kurz nach Mitternacht scheitert der Aufstand der Kommune. Robespierre wird mit einer Schusswunde im Rathaus angetroffen und festgenommen. Am Abend wird er zusammen mit 21 anderen Aufständischen ohne Prozess auf dem Platz der Revolution guillotiniert.
Zitate
Terror – ohne ihn ist die Tugend machtlos. Tugend – ohne sie ist der Terror verderblich. Robespierre, 5. Februar 1794
Wer in diesem Augenblick zittert, der ist schuldig. Denn nie zittert die Unschuld vor der öffentlichen Wachsamkeit. Robespierre nach der Verhaftung Dantons
Er war der Sündenbock der Revolution. Napoleon über Robespierre
Le Moniteur
Primedi, 11 Thermidor, l'an 2 de la République Française, une et indivisible