Die Hure aus Österreich war 18 Jahre lang Königin Frankreichs. Armut und Mangel waren ihr fremd. Sie kannte nur die quälende Langeweile in Versailles – als Ehefrau eines plumpen Königs, den sie mit 15 Jahren heiraten musste. Marie Antoinette flüchtete in das Nachtleben und in grenzenlosen Luxus. Ihre Sucht nach Verschwendung forcierte den Hass des einfachen Volkes auf die dekadente Aristokratie des Ancien Régime. Aber in den letzten vier Jahren ihres Lebens, als faktische Gefangene der Revolution, zeigte sie Charakter. Sie entwickelte mehr Verständnis für Politik als ihr Ehemann und konspirierte mit den ausländischen Höfen, um ihre Familie zu retten. Vergeblich. Am Ende wurde sie nach einem widerwärtigen Schauprozess vom Revolutionstribunal zum Tod verurteilt. Doch sie blieb standhaft bis zum Schluss. Marie Antoinette starb unter den Schreien des entfesselten Pöbels, den sie immer gehasst hatte.
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1755 - 1793
2. November 1755 · Geburt in Wien als Tochter von Kaiserin Maria Theresia.
16. Mai 1770 · Heirat mit dem französischen Thronfolger in Versailles.
10. Mai 1774 · Tod von Louis XV. Marie Antoinettes Ehemann wird Louis XVI, König von Frankreich.
19. Dezember 1778 · Geburt des ersten Kindes (Marie Thérèse Charlotte), acht Jahre nach der Heirat. Insgesamt wird Marie Antoinette vier Kinder zur Welt bringen.
1783 · Beginn des Liebesverhältnisses mit Graf Axel von Fersen.
31. Mai 1786 · Urteil im Prozess der sogenannten Halsbandaffäre, die den Ruf der Königin nachhaltig erschüttert.
6. Oktober 1789 · Erzwungener Umzug der Königsfamilie nach Paris.
21. Juni 1791 · Ein Fluchtversuch der Königsfamilie scheitert in Varennes.