Mit der Pike in der Hand stürmte die junge Pauline Léon am 14. Juli 1789 die Bastille. Nicht nur dadurch wurde sie zu einer der bekanntesten Frauen der Französischen Revolution. Denn Jahre später, am 6. März 1792, stand sie vor der Gesetzgebenden Versammlung und forderte Waffen für die Frauen. Sie sollten nicht nur gleichberechtigt leben, sondern auch sterben dürfen – aktiv im Kampf gegen die Tyrannen. Während der Schreckensherrschaft, die sie selbst unterstützt hatte, wurde sie festgenommen. Ihre Ansichten gingen selbst den Radikalen zu weit. Nach dem Thermidor kam sie frei und sie entschied sich für ein friedliches Leben als Mutter und Lehrerin.
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1768 - 1838
18. September 1768 · Pauline Léon wird in Paris als Tochter eines Schokoladenfabrikanten geboren.
1784 · Nach dem Tod ihres Vaters übernimmt Pauline seine Arbeiten im Familienbetrieb.
14. Juli 1789 · Sie beteiligt sich am Sturm auf die Bastille.
17. Juli 1791 · Léon unterstützt die Erklärung gegen den König auf dem Marsfeld. Die blutige Niederschlagung der Demonstration für die Republik treibt ihre Radikalisierung weiter voran.
6. März 1792 · Sie tritt als Sprecherin der Pariser Bürgerinnen vor der Gesetzgebenden Versammlung auf und fordert die Bewaffnung der Frauen für die Verteidigung der Revolution.
13. Mai 1793 · Zusammen mit Claire Lacombe gründet Léon die Gesellschaft Revolutionärer Republikanerinnen.
30. Oktober 1793 · Der Nationalkonvent verbietet alle Frauenvereinigungen.
November 1793 · Léon heiratet Jean-Théophile Leclerc, ein Mitglied der Gruppe der Enragés um Jacques Roux.
3. April 1794 · Pauline wird zusammen mit ihrem Ehemann verhaftet.
22. August 1794 · Léon und Leclerc werden aus dem Luxemburg-Gefängnis entlassen.
13. September 1795 · Geburt des Sohnes. Pauline Léon hat sich mittlerweile aus der Politik zurückgezogen.
1804 · Sie wird Lehrerin in Paris.
5. Oktober 1838 · Pauline Léon stirbt im Alter von 70 Jahren in Bourbon-Vendée (heute La Roche-sur-Yon).
Zitate
Ja, Waffen sind es, die wir brauchen, und wir kommen, um euch um die Erlaubnis zu bitten, uns welche zu beschaffen. Pauline Léon vor der Gesetzgebenden Versammlung, 6. März 1792
Wir glauben nicht mehr an die Tugend jener Männer, die darauf beschränkt sind, sich selbst zu loben. Pauline Léon, 1793
Ich habe mich ganz der Führung meines Haushalts gewidmet und gebe ein Beispiel ehelicher Liebe und häuslicher Tugenden, die die Grundlage der Vaterlandsliebe bilden. Pauline Léon, 1795