Die Kriegserklärung vom April 1792 war der tödliche politische Fehler der Gesetzgebenden Versammlung. Viele Abgeordnete glaubten, ein Krieg werde die Revolution festigen. Tatsächlich läutete er das frühe Ende der Legislative ein. Niederlagen, Angst vor Verrat und die ständige äußere Bedrohung trieben die Revolution ins Extrem: Sturz der Monarchie, Septembermassaker, Hinrichtung des Königs, immer mehr Ausnahmegesetze. 1793 mobilisierte die junge Republik das ganze Land für den Kriegsdienst. Zwang, Überwachung und Denunziation wurden zum Alltag. Kein Zweifel: Die radikalen Maßnahmen wären ohne den Krieg nicht durchsetzbar gewesen. Als sich 1794 das Kriegsglück wendete, verlor der Terror seine Rechtfertigung. Robespierre stürzte. Doch der Krieg blieb weiterhin ein Machtmittel. Und er wurde zum Wegbereiter für die Alleinherrschaft Napoleon Bonapartes.
11. Juli 1792 · Der Krieg verläuft für Frankreich ungünstig. Das Parlament erklärt das Vaterland in Gefahr.
20. September 1792 · Einen Tag vor der Ausrufung der Republik in Paris siegt die französische Armee bei Valmy. Die unmittelbare Bedrohung durch preußisch-österreichische Truppen ist damit vorerst abgewendet.
6. November 1792 · Sieg bei Jemappes. Übergang vom Verteidigungskrieg zum Expansionskrieg.
1. Februar 1793 · Wenige Tage nach der Hinrichtung des Ex-Königs in Paris erklärt der Nationalkonvent Großbritannien und den Niederlanden den Krieg.
März 1793 · Beginn des Aufstands gegen die Republik in der Vendée. Das französische Militär wird jetzt auch im Inneren gegen die Revolutionsfeinde eingesetzt.
23. August 1793 · Levée en masse. Die gesamte Gesellschaft wird in den Dienst des Krieges gestellt.
10. Oktober 1793 · Der Konvent erklärt die Regierung für revolutionär bis zum Friedensschluss.
Dezember 1793 · Sieg in Toulon über die von alliierten Truppen unterstützten Aufständischen. Dabei tritt erstmals der junge Artillerieoffizier Napoleon Bonaparte in Erscheinung.
26. Juni 1794 · Sieg bei Fleurus (Belgien), an dem Saint-Just einen wesentlichen Anteil hat. Die Republik ist jetzt nicht mehr unmittelbar von außen bedroht. Die Terrorpolitik verliert damit eine wichtige Grundlage ihrer Rechtfertigung. Sie wird jedoch fortgesetzt.
27. Juli 1794 · Sturz Robespierres, Ende des Terrors.
5. April 1795 · Friede von Basel mit Preußen.
2. März 1796 · General Napoleon Bonaparte wird Oberbefehlshaber der Italienarmee. Der siegreiche Italienfeldzug macht ihn populär. Er ist jetzt ein wichtiger Machtfaktor in der Politik.
4. September 1797 · Staatsstreich vom 18. Fructidor. Das Direktorium geht mit Hilfe des Militärs und der Unterstützung Napoleons gegen royalistische Abgeordnete vor.
17. Oktober 1797 · Frieden von Campo Formio. Ende des ersten Koalitionskriegs.
Zitate
Ein Volk, das nach zehn Jahrhunderten der Sklaverei seine Freiheit errungen hat, braucht den Krieg. Der Krieg ist notwendig, um die Freiheit zu festigen. Brissot, 16. Dezember 1791
Art. 1. Von diesem Augenblick an bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Feinde aus dem Gebiet der Republik vertrieben sein werden, befinden sich alle Franzosen in ständiger Requisition für den Dienst der Armeen. Dekret des Nationalkonvents, 23. August 1793
Der Frieden sichert die Freiheit, den Wohlstand und den Ruhm der Republik. Napoleon Bonaparte bei seinem feierlichen Empfang im Luxemburgpalast nach dem Frieden von Campo-Formio, 10. Dezember 1797