Éléonore Duplay war die Tochter des Tischlers Maurice Duplay, bei dem Maximilien Robespierre zur Untermiete wohnte. Sie galt als die Geliebte des Unbestechlichen – ob sie es wirklich war, ist bis heute ungeklärt. Ihre Schwester Elisabeth, die mit einem Konventsabgeordneten verheiratet war, versicherte, dass Éléonore Robespierre versprochen war. Aber Paris machte sich – natürlich nur hinter vorgehaltener Hand –lustig über die Natur der Beziehung zwischen der jungen Frau und dem verklemmten Robespierre, dessen Reden immer von der Tugend handelten. Nach dem 9. Thermidor wurde Éléonore verhaftet. Sie kam erst nach einigen Monaten wieder frei, weil ihr kein Verbrechen nachgewiesen werden konnte. Éléonore überlebte Robespierre fast 40 Jahre. Sie heiratete nie und bis an ihr Lebensende trug sie Schwarz. Sie war die Witwe Robespierre. Ihr Grab ist heute noch auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise zu finden.
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1768 - 1832
1768 · Geburt in Paris als erstes Kind von Maurice und Françoise Éléonore Duplay.
September 1791 · Maximilien Robespierre wird Untermieter im Haus ihres Vaters in der Rue Saint-Honoré.
28. Juli 1794 · Hinrichtung Robespierres. Éléonore wird zusammen mit ihren Eltern und der Schwester verhaftet. Sie werden in das Gefängnis Sainte-Pélagie verbracht.
29. Juli 1794 · Françoise-Éléonore Duplay, die Mutter von Éléonore, nimmt sich in ihrer Gefängniszelle das Leben.
8. Dezember 1794 · Freilassung Éléonores und ihrer Schwester.
6. Mai 1795 · Maurice Duplay wird vom Revolutionstribunal freigesprochen. Éléonore führt fortan den Haushalt ihres verwitweten Vaters.
30. Juni 1820 · Der Vater stirbt. Éléonore wird in einem notariellen Dokument als Siegelbewahrerin des Haushalts in der Rue de Harlay 29 (Île de la Cité) bezeichnet. In dem Inventar sind zahlreiche Gemälde verzeichnet. Man weiß nicht, ob sich darunter auch Werke von Éléonore befanden.
1830 · Gegen Ende ihres Lebens ist Éléonore ein lebender Mythos für die Republikaner des frühen 19. Jahrhunderts. Sie lebt aber weiterhin zurückgezogen und lehnt auch das Angebot eines Gesprächs mit dem ehemaligen Revolutionär Filippo Buonarroti ab.
26. Juli 1832 · Tod in Paris.
Zitate
In ihrem seltenen Lächeln lag so viel Wohlwollen, auf ihrer offenen Stirn so viel Melancholie, in ihrem Adlerblick so viel Stolz, in ihren gewöhnlichen Ausdrucksweisen so viel Gefühl und in ihren spontanen Äußerungen eine so unverstellte Rauheit, dass man sie entweder lieben oder hassen musste. Albertine Clément-Emery, mit der Éléonore zusammen Malunterricht nahm.
Als altes Mädchen wird sie sterben und ihre freiwillige Unfruchtbarkeit als ein Opfer an den Schatten jenes Mannes tragen, der stets von der Melancholie der Unfruchtbarkeit umgeben war. Friedrich Sieburg, 1935
Für Éléonore Duplay, Freundin von Maximilien Robespierre Inschrift einer Gedenktafel der Association Maximilien Robespierre am Grab Éléonores vom Juli 2003 (Thermidor 211)