Volk von Frankreich!
Fünfzehnhundert Jahre lang hast du als Sklave gelebt und warst unglücklich. Seit sechs Jahren atmest du kaum noch, in der Erwartung von Unabhängigkeit, Glück und Gleichheit.
Die Gleichheit! Erstes Gebot der Natur, erstes Bedürfnis des Menschen und das zentrale Band jeder rechtmäßigen Gemeinschaft!
Wir sind doch alle gleich, nicht wahr? Dieses Prinzip bleibt unangefochten, außer man ist von Wahnsinn befallen. Denn man kann nicht ernsthaft behaupten, es sei Nacht, wenn es Tag ist.
Nun gut! Wir verlangen von jetzt an zu leben und zu sterben gleich, wie wir geboren sind. Wir wollen die wirkliche Gleichheit oder den Tod. Das ist es, was wir verlangen.
Volk von Frankreich!
Die Französische Revolution ist nur der Vorbote einer anderen Revolution, weit größer, weit feierlicher. Und diese wird die letzte sein.
Das Volk ist über den Leib der gegen es verbündeten Könige und Priester hinweggegangen: Ebenso wird es über die neuen Tyrannen, die neuen politischen Tartuffe hinweggehen, die an die Stelle der Alten getreten sind.
Es möge künftig unter den Menschen keine andere Unterscheidung mehr geben als die des Alters und des Geschlechts. Da alle die gleichen Bedürfnisse und die gleichen Fähigkeiten haben, soll es also nur noch eine einzige Erziehung und ein einziges Brot geben.
Die aristokratischen Verfassungen von 1791 und 1795 fesselten deine Ketten, anstatt sie zu zerbrechen. Die Verfassung von 1793 war ein großer Schritt in Richtung der wirklichen Gleichheit. Man war ihr noch nie so nahegekommen. Aber sie führte noch nicht das Ziel und wandte sich nicht dem allgemeinen Glück zu, dessen großes Prinzip sie doch feierlich anerkannte.
Volk von Frankreich!
Öffne Augen und Herz für die Fülle des Glücks! Erkenne und proklamiere mit uns die Republik der Gleichen!
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