Die Französische Revolution | Maximilien Robespierre (1758 - 1794)
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Maximilien Robespierre (1758 - 1794)


Der Unbestechliche


Maximilien RobespierreMaximilien Robespierre, der junge, fleißige Anwalt aus der Provinz, stürzte sich mit der Ein­berufung der General­stände in die Politik und versuchte seine von Rousseau geprägte Vorstellung einer idealen Republik zu verwirklichen. Schnell erwarb er sich den Ruf eines Unbestechlichen. Er war gegen den Krieg, aber als dieser gegen sein ausdrückliches Votum beschlossen war, setzte Robespierre alles daran, diesen Kampf auf Leben und Tod – auch gegen die inneren Feinde der Republik – zu gewinnen. Im mächtigen Wohlfahrts­ausschuss galt er als der führende Kopf. In seinen umjubelten Reden sprach er die Tugend, aber auch den Terror heilig. Gewissenhaft, ehrlich und bescheiden, lebte er bis zu seinem Tod zur Untermiete bei einem Tischler. Die Männer, die ihn stürzten, versuchten ihn vor der Geschichte zum Diktator und allein Verantwortlichen für die Schreckens­herrschaft zu machen, um ihre eigene Schuld zu vertuschen – mit Erfolg bis zum heutigen Tag. Robespierre starb unter dem Jubel des Volkes auf der Guillotine.


Maximilien Robespierre…


Zitate

Terror – ohne ihn ist die Tugend machtlos. Tugend – ohne sie ist der Terror verderblich.
Robespierre über die Notwendigkeit der Schreckensherrschaft

Die revolutionäre Regierung schuldet allen guten Bürgern den ganzen Schutz der Nation; den Feinden des Volkes schuldet sie den Tod.
Robespierre, 25. Dezember 1793 (4. Nivôse II)

Weil ich im Wohlfahrts­ausschuss ein Zwölftel seiner Autorität besitze, nennt man mich Diktator.
Robespierre am 10. Januar 1794 im Jakobiner­klub

Wer in diesem Augenblick zittert, der ist schuldig, denn nie hat die Unschuld die öffentliche Überwachung zu fürchten.
Robespierre nach der Verhaftung Dantons

Die Republik ist verloren. Die Räuber triumphieren.
Robespierre, als er als Verhafteter aus dem Parlament geführt wird

Merci, Monsieur!
Die letzten nachgewiesenen Worte Robespierres, der sich damit für das Reichen eines Stücks Papiers zum Auffangen des Blutes, das aus seinem zerstörten Kiefer rann, bedanken wollte. Kurios ist, dass er sich des Ausdrucks Monsieur (mein Herr) bediente. Sagte man doch seit der Revolution nur noch Citoyen (Bürger).

Er war der Sündenbock der Revolution.
Napoleon über Robespierre


Fundstellen

Das Universum von Robespierre besteht in dem abgeschlossenen und überhitzten Milieu der Jakobiner; dort ist er allen Leidenschaften mit Leib und Seele ausgesetzt, ohne dass irgendein äußeres Gefühl störend dazwischentreten würde.
Pierre Gaxotte: Die Französische Revolution, S. 335

Mochte er es angestrebt haben oder nicht, so galt Robespierre doch für das ganze revolutionäre Frankreich als das wahre Haupt der Regierung.
Albert Mathiez: Die Französische Revolution II, S. 642

Der Allgemeine Sicherheits­ausschuss, der zu dem Prairaialgesetz nicht angehört worden war und in dem außerdem viele Anhänger des von Robespierre verfolgten Club der Cordeliers sitzen, soll dieses Gesetz bewusst verfälscht haben, indem er die Angeklagten scharenweise zu völlig heterogenen Gruppen zusammenfasste – einzig und allein in der Absicht, Robespierre als einen Diktator hinzustellen, der die Menschen nach seinem Belieben auf die Guillotine schickte.
Jean-Paul Bertaud: Alltagsleben während der Französischen Revolution, S. 247

Auf einem der Karren hockt, an die Seitenstreben gefesselt, Robespierre, der Mann, dessen Name das Symbol der Revolution und der Schreckens­herrschaft war. Sein Gesicht ist in einen blutigen Lumpen gehüllt. Er schaut auf die Menge herab. Von Zeit zu Zeit schließt er, vom Schmerz überwältigt und halb bewusstlos, die Augen.
Max Gallo: Robespierre, S. 13

[…] nie wird Frankreich sich darüber einigen können, ob er ein großer Staatsmann oder ein blinder Hetzer war, ob er die Alleinherrschaft für sich anstrebte oder die Diktatur des Proletariats wollte, ob er mit Wonne das Blut seiner Menschen vergoss oder im Augenblick gestürzt wurde, als er dem Schrecken der Guillotine aus Menschenliebe ein Ende bereiten wollte […]
Friedrich Sieburg: Robespierre, S. 12

Selten ist ein Mann vom Hass so entstellt worden wie Maximilien Robespierre. Dieser Hass hat den Kabinettspolitiker zum Demagogen gestempelt, den Mann der Mäßigung zur blutrünstigen Bestie, den wendigen Parlamentarier zum Diktator, den kompromisslosen Gottgläubigen zum Verächter der Religion.
François Furet: Die Französische Revolution, S. 291


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