Die Französische Revolution | Philippe Lebas (1764 - 1794)
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Philippe Lebas (1764 - 1794)


Ein treuer Freund


Philippe LebasIm Jahr 2011 tauchte der Name dieses fast vergessenen Manns wieder auf, als Papiere von ihm und Robespierre für fast eine Million Euro versteigert werden sollten: Die Französische Republik machte nach langer Diskussion von ihrem Vorkaufs­recht Gebrauch und sicherte die Schriften damit für die Öffentlichkeit. Philippe Lebas war ein gern gesehener Gast der Familie Duplay, bei der Robespierre untergekommen war. Er lernte dort seine Ehefrau Elisabeth kennen, die jüngste Tochter des Hauses. Lebas war Mitglied im Sicherheits­ausschuss und dort der Einzige, auf den sich Robespierre wirklich verlassen konnte. Am 9. Thermidor verlangte Lebas vom Konvent seine eigene Verhaftung, um sich von den Verschwörern gegen Robespierre eindeutig abzugrenzen. Einige Stunden später nahm er sich mit einem Pistolenschuss das Leben. Er war erst 29 Jahre alt. Sechs Wochen zuvor war sein Sohn geboren worden, der spätere Erzieher Napoleons III. und Präsident des Institut de France.


Philippe Lebas…


Zitate

Nun haben wir unseren Weg gewählt. Die Brücken hinter uns sind abgebrochen, und wir müssen vorwärtsgehen, ob wir wollen oder nicht. Und jetzt vor allem gilt das Wort: frei zu leben oder zu sterben.
Philippe Lebas am Abend vor der Hinrichtung des Königs in einem Brief an Robespierre

Wenn es hier Verräter oder auch nur Gleichgültige gegenüber der Sache des Volkes gibt, wir bringen das Richtschwert, das sie treffen soll.
Saint-Just und Lebas in einem Aufruf an die Rheinarmee

Die Bürgerinnen von Straßburg werden ersucht, die deutsche Kleidung aufzugeben, da ihre Herzen französisch sind.
Botschaft von Lebas und Saint-Just an die Straßburgerinnen, die auch in deutscher Sprache verfasst wurde

Diese Strafe, die er [Eulogius Schneider] sich durch sein unverschämtes Betragen zugezogen hat, war aber auch von der Notwendigkeit geboten, den Ausländern eine Lektion zu erteilen. Wir wollen nicht an die kosmopolitischen Scharlatane glauben und uns nur auf uns selbst verlassen.
Lebas in einem Brief an Robespierre vom 14. Dezember 1793 (24. Frimaire II), über die Bestrafung von Eulogius Schneider, einem Führer auswärtiger Flüchtlinge im Elsass

Ich will mit der Schande dieses Dekrets nichts zu tun haben. Ich verlange ebenfalls meine Verhaftung.
Lebas in der Konventssitzung vom 9. Thermidor


Fundstellen

Die Kälte und Unnachgiebigkeit des einen [Saint-Just] stand im Gegensatz zur Spontaneität und Wärme des anderen [Lebas], aber sie besaßen die gleiche Empfindsamkeit, nur dass der eine sie verdrängte, der andere sie zeigte.
Bernard Vinot: Saint-Just, S. 188

Hingegen sind dem Unbestechlichen [im Sicherheits­ausschuss] ergeben: der große Maler David, der die Feste der Republik inszeniert, ein ebenso feiger wie eitler Mensch, und vor allem der junge Le Bas, eine Römerseele, der ihm bis zum Tode die Treue wahren wird.
Octave Aubry: Die Französische Revolution II, S. 42

Die Eindringenden finden endlich zu dem Raum hin, in dem Robespierre sich aufhält. Sie schlagen die Tür ein. Lebas liegt tot am Boden. Die erstarrte Hand hält die Pistole umklammert.
Friedrich Sieburg: Robespierre, S. 369


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