Die Französische Revolution | Georges Danton (1759 - 1794)
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Georges Danton (1759 - 1794)


Der Volksheld der Revolution


Georges DantonGeorges Danton, einer der größten Redner in der Geschichte Frankreichs und der Volksheld der Revolution, brachte die Republik mit radikalen Maßnahmen durch die blutige Phase ihrer Gründung. Aber die charakterliche Gegensätzlichkeit zu seinem zeitweiligen Gesinnungsgenossen Robespierre hätte nicht größer sein können. Denn Danton war ein Mann, der das Leben und die Menschen mochte, Robespierre dagegen wollte die Menschheit zu ihrem Glück zwingen. Die Freundschaft zwischen den beiden Führern der radikalen Montagnards zerbrach, als Danton ein Ende des Terrors forderte. Robespierre zögerte lange, seinen einstigen Kampfgefährten zu opfern. Doch es fiel dem Wohlfahrts­ausschuss nicht schwer, Beweise für Dantons korrupte Machenschaften zu finden und ihn auf die Guillotine zu schicken. Zeig meinen Kopf dem Volk! waren seine letzten Worte an den Henker. Dantons Hinrichtung war ein sichtbares Zeichen für die Diktatur der Ausschüsse im Schreckensjahr 1794, dem Jahr II der Republik.


Georges Danton…



Zitate

Wenn die Justiz versagt, hat das Volk die Pflicht, sich selbst zum Richter zu machen.
Danton unmittelbar vor dem Beginn der Septembermorde

Die Revolution ist eine Schlacht. Soll einer Revolution also nicht, wie bei einer Schlacht, eine Verteilung der Beute unter den Eroberern folgen?
Danton

Die öffentliche Meinung ist eine Hure und die Nachwelt ein Nonsens.
Danton

Wie könnte ein Mensch, dem jeder Gedanke an Sittlichkeit so fremd ist, jemals zu einem Verfechter der Freiheit werden?
Robespierre über Danton

Überlegt wohl, bevor ihr das tut, denn ein Kopf wie Dantons wird noch viele andere zu Fall bringen.
Carnot zu seinen Kollegen des Wohlfahrts- und Sicherheits­ausschusses vor dem Unterschreiben des Haftbefehls gegen Danton

Kommt doch her, ihr gemeinen Verleumder! Ich werde euch die Maske vom Gesicht reißen, die euch vor der Rache des Volkes schützt!
Danton während seines Prozesses (er wollte die Mitglieder der Ausschüsse als Zeugen hören)

Infamer Robespierre! Du wirst mir folgen! Dein Haus wird dem Erdboden gleichgemacht, und wo es stand, wird Salz gesät werden!
Danton auf dem Henkerskarren vor dem Haus, in dem Robespierre zur Untermiete wohnte


Fundstellen

Danton, der seit zwei Jahren Advokat war, befand sich 1789 in einer sehr misslichen finanziellen Lage. Stark verschuldet, dabei große Ansprüche an das Leben stellend und seinem tyrannischen Temperament ganz ausgeliefert, stürzte er sich in die Revolution wie ein Schnitter ins Ährenfeld.
Pierre Gaxotte: Die Französische Revolution, S. 233

Danton wirft das Geld zum Fenster hinaus, liebt, säuft, frisst sich voll – und bleibt dennoch unerklärlicherweise der Abgott des Volkes. Dass er von der Königin Geld genommen hat, um den König vor dem Tod zu retten, weiß jeder; aber man weiß auch, dass er zwar das Geld einsteckte, aber am selben Tag wieder für den Tod des Tyrannen eintrat: Lachend erzählen es sich die Bürger in den Cafés.
Hans Erik Hausner: Zeitbild, S. 105

Im Ganzen fordern die Septembertage in Paris und den Departements 1450 Tote. Für diese Toten sind in erster Linie Marat und dann Danton, Manuel, Hébert und Billaud-Varenne verantwortlich. Sie waren alle unmittelbar beteiligt.
Octave Aubry: Die Französische Revolution I, S. 488

Erst die schweren Krisen machen den Advokaten und Klubredner Danton zum Danton der Weltgeschichte. Seine Donnerstimme lenkt den Strom der Revolution nicht zu innerem Kampf und Gruppenzwist, die ein Robespierre für heilsam hält, sondern zu einmütigem Zusammenstehen gegen den Feind.
François Furet: Die Französische Revolution, S. 278

Vor dem Weggehen soll Danton Robespierre gewarnt haben, dass ein so gewalttätiges System wie der Terror nicht lange bestehen könne, weil es dem Temperament der Franzosen widerspreche. Als er ging, versuchte er Robespierre zu umarmen, doch sein Gegner entzog sich ihm in eisigem Entfremden und blieb kalt wie Mamor.
Stanley Loomis: Ein Jahr, zwei Wochen und ein Tag, S. 261 (über das letzte Treffen zwischen Danton und Robespierre)

Nach Robespierre trat Saint-Just aufs Podium und verlas seinen Bericht. Zeugen dieser Szene erinnerten sich an das monotone Gedröhn seiner Stimme und die böse Art, in der er seine Anklagen durch eine hackende Geste der linken Hand unterstrich, wie um das Steigen und Fallen des Messers der Guillotine zu verdeutlichen.
Stanley Loomis: Ein Jahr, zwei Wochen und ein Tag, S. 267 (über den Bericht Saint-Justs betreffend die Verhaftung Dantons)


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